SPD-Fraktion im Römer
SPD Unterbezirk Frankfurt

Meldung:

16. Januar 2018
Stella Stilgenbauer – Frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer:

Frankfurt auf einem guten Weg zur Gleichstellung – SPD fordert mehr 4 familienfreundliche Arbeitgeber

„ Die Stadt Frankfurt als Arbeitgeberin hat schon viel getan, um die Gleichstellung von Männern und Frauen voranzubringen", meint Stella Stilgenbauer, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer. "Dennoch stehen wir erst am Anfang eines mühsamen Prozesses, wenn es darum geht, gleiche Lebens- und Arbeitschancen zu bieten. Gerade bei der sogenannten 'Care Work', der Sorge für den Nachwuchs oder der Pflege Angehöriger, ist die Gesellschaft gefordert, um die ungleiche Verteilung der Pflichten zwischen den Geschlechtern zu beenden", so der nachdrückliche Appell der Stadtverordneten aus dem Nordend.
Beim Frauenfrühstück der Stadtverordnetenfraktion wurde heftig darüber diskutiert, wie Männer stärker an der Sorgearbeit beteiligt werden können. Rüdiger Koch, Mitglied im Ortsbeirat 3 und langjähriger Betriebsrat, verwies auf ein steigendes Engagement seiner Geschlechtsgenossen speziell in der häuslichen Pflege. Dem stünden jedoch oft tradierte Männerbilder im Weg: „Viele Männer sehen sich selbst nicht in der klassisch sorgenden Rolle", erklärte er deren Zurückhaltung, "sondern eher als Manager der benötigten Care-Leistungen. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, auch Rollenbilder zu etablieren, in denen sie sich mit der neuen Aufgabenstellung identifizieren können, ohne ihre Identität als Mann infrage gestellt zu sehen."
Karin Rosemarie Bleser vom Verein zur beruflichen Förderung von Frauen (VbFF e.V.) berichtete, dass es ihr in der Beratung immer wieder begegne, dass Frauen ihre tatsächlich erbrachte Leistung unterschätzen. Viele Frauen, die zu ihr in die Beratung kommen unterschätzten ihre eigene Leistung. Auch wenn sie nicht dafür bezahlt wurden, so hätten sie oft wichtige Arbeiten im Haushalt oder gar im kleinen Familienbetrieb übernommen. Selbst Frauen die jahrelang deren Buchhaltung übernommen hatten oder maßgeblich in die Betreuung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden waren, sei nicht bewusst, dass sie auch hier wichtige Kenntnisse vorweisen könnten. Diesen Selbstwert der Frauen zu betonen, sei für die Arbeit in der Beratung der erste Schritt.
Oberbürgermeister Peter Feldmann, der sich temperamentvoll in die Diskussion einbrachte, verwies auf das Erstaunen, das Männern vielfach entgegengebracht werde, wenn sie berufliche Verpflichtungen zurückstellten, um ihren Anteil bei Kinderbetreuung und Erziehung zu erbringen. „Bis heute ernte ich teilweise Unverständnis und Kritik, wenn ich auf einem abendlichen Empfang einmal nicht erscheine, weil ich stattdessen meine Tochter ins Bett bringe.“ Solange mehr familiäre Verantwortung von Männern und ihre aktive Beteiligung an der Sorgearbeit bei vielen Arbeitgebern eher als Karrierehindernis denn als soziale Kompetenz bewertet würden, sei ein gesellschaftlicher Umschwung schwierig. „Die Stadt Frankfurt hat in den vergangenen Jahren umgesteuert, um ihrer Verpflichtung als Arbeitgeberin in dieser Hinsicht besser gerecht zu werden“, lobte Feldmann die Mainmetropole.
Nach einer intensiven und engagierten Diskussion mit Gästen aller Altersgruppen, die eindrücklich ihre Erfahrungen mit Care Work und ihre Visionen für eine gerechtere Verteilung der Sorgepflichten schilderten, war man sich einig, erst am Anfang eines langen Prozesses zu stehen. Stella Stilgenbauer versprach zum Schluss der Veranstaltung im Haus Silberberg, sich als Stadtverordnete einzusetzen, dass auch die Stadt hier weiter mit einem guten Beispiel voran geht. „Die SPD-Fraktion wird anregen, dass die Stadt Frankfurt sich als familienfreundlicher Arbeitgeber zertifizieren lässt und die Zertifizierung regelmäßig erneuert wird. Grundsätzlich müssen wir aber erreichen, dass sich viele Menschen Gedanken über diese Fragen machen und gemeinsam an einer gesellschaftlichen Änderung mitwirken“, so das Ziel der Sozialdemokratin.

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