SPD-Fraktion im Römer
SPD Unterbezirk Frankfurt

Meldung:

20. Juni 2018
Stella Stilgenbauer- Frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion

Eine ungestörte Beratung muss möglich sein

„Es muss ermöglicht werden, dass sich Frauen oder auch Paare über einen Schwangerschaftsabbruch informieren können, ohne dass sie auf dem Weg dorthin belästigt oder beleidigt werden“, reagiert die frauenpolitische Sprecherin Stella Stilgenbauer auf die Forderung verschiedener Verbände, eine Schutzzone vor Beratungsstellen einzuführen. Die im Jahr 1992 beschlossene Fristenlösung, die einen Schwangerschaftsabbruch in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft ermögliche, sei schließlich rechtlich an ein umfangreiches Beratungskonzept gebunden, was durch das Agieren der Demonstrierenden -direkt vor einer Einrichtung- unterlaufen werde.
„Es ist die Aufgabe des Ordnungsdezernenten, hier eine Möglichkeit zu finden, wie die Betroffenen dieser Pflicht nachkommen können“, betont die Sozialdemokratin. Neben den rechtlichen Aspekten, sei das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung unantastbar, genau das werde aber von den Demonstranten in Frage gestellt: „Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass es sich hierbei um eine Gewissensfrage handelt und es gerade bei diesem Thema kaum Spielraum für eine Meinungsänderung gibt, aber die Würde der Frauen darf eben nicht verletzt werden.“ Es sei eine Demütigung, wenn die Betroffenen auf dem Weg zur Beratungsstelle verängstigt oder eingeschüchtert würden.
Dass diese Aspekte immer öfter in den Hintergrund gerieten und sowohl die Fristenlösung selbst als auch die Aufklärung über dieses sensible Thema immer wieder zur Debatte stünde, beobachtet Stilgenbauer als frauenpolitische Sprecherin mit Sorge: „Man sieht immer öfter Menschen vor diesen Einrichtungen demonstrieren und mittlerweile ist es sogar soweit, dass Frauen aus Osteuropa in den Westen reisen müssen, um einen Abbruch durchführen zu lassen, weil ihnen sonst längst überwunden geglaubte Horrorszenarien drohen “. Gerade in freiheitlichen Gesellschaften müsse man daher so oft wie möglich ein klares Signal setzen, dass die errungenen Rechte der Frauen unumkehrbar seien.

SPD-Fraktion im Römer

Sitemap