SPD-Fraktion im Römer
SPD Unterbezirk Frankfurt

Meldung:

18. Februar 2019
Stella Schulz-Nurtsch – frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer:

100 Jahre Gleichstellung der Geschlechter – wo bleibt „die Hälfte der Welt“ für die Frauen?

+Stella Schulz-Nurtsch – frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer

100 Jahre ist es her, dass erstmals eine Frau das Wort in einem deutschen Parlament ergriff. Die SPD-Fraktion im Römer erinnert an diesen historischen Moment, verweist jedoch darauf, dass in Sachen Gleichstellung noch einiges zu tun ist.

Einen „Meilenstein deutscher Geschichte“ nennt Stella Schulz-Nurtsch, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer, die erste Rede einer Abgeordneten im deutschen Parlament. Selbstbewusst stellte die Sozialdemokratin Marie Juchacz am 19.02.1919 klar: „Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist." Stella Schulz-Nurtsch fordert, dass Frauen nicht als Bittstellerinnen gesehen werden sollten, sondern als Gleichberechtigte in einer demokratischen Gesellschaft, die ihre Gleichstellung selbstverständlich einfordern können. „Noch haben wir die Geschlechtergerechtigkeit in der Praxis nicht erreicht – man denke nur an die nicht erfüllte Forderung: ‚Gleiches Geld für gleiche Arbeit‘. Deshalb dürfen wir nicht den Fehler begehen, uns auf den Errungenschaften der letzten 100 Jahre auszuruhen. Ein verfassungsmäßiges Recht auf Gleichberechtigung bedeutet noch lange nicht, dass diese Gleichberechtigung auch tatsächlich gelebt wird.“

Besonders deutlich wird das nach Schulz-Nurtschs Auffassung bei der Frage von Schwangerschaftsabbrüchen. Diese habe bereits vor 100 Jahren zu dramatischen Situationen, zu Not, Straffälligkeit und sogar zum Tod unzähliger Frauen geführt. Das bereitet der SPD-Politikerin Kopfzerbrechen: “Bis heute haben wir es nicht geschafft, mit der Abschaffung des Paragraphen 219a Frauen in ihrer Selbstbestimmung zu stärken. Wie viele Jahre müssen noch vergehen, ehe wir auch hierbei von realer Gleichberechtigung sprechen können?“

Die Sozialdemokratin Marie Juchacz setzte sich, bereits seit ihrem Eintritt in die SPD 1908, politisch für Frauen- und Arbeiterrechte ein. Im Jahr ihrer fulminanten Rede gründete sie den Sozialverband Arbeiterwohlfahrt, inzwischen einer der größten Träger sozialer Arbeit in Deutschland. Ihr Aufruf zur Solidarität unter den Völkern und innerhalb des Volkes war stets auch ein Appell an die soziale Gerechtigkeit. „Marie Juchacz‘ Themen sind Kernthemen der SPD, die gerade im Hinblick auf die Stellung der Frauen in der Gesellschaft leider nicht an Aktualität eingebüßt haben. Die alte Forderung, dass die Hälfte der Welt uns Frauen gehört, ist lange noch nicht erfüllt“, so Schulz-Nurtsch.

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